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Pflegefamilie in Zeiten der Pandemie

Auf diesem Weg möchten wir uns bei unseren Pflegefamilien bedanken, die auch in Zeiten der Corona Krise Großartiges leisten.

Zunächst hatten sie, wie viele Eltern, plötzlich die Schule im Haus. Auch sie haben sich tapfer mit dem technischen Know-how auseinandergesetzt, sich in Mathematik und Grammatik reingekniet und den Kindern nicht zuletzt eine gute Tagesstruktur angeboten.

Viele unserer Pflegefamilien leben sehr ländlich und haben einen großen Garten. Dadurch können die Kinder sich am Nachmittag und auch jetzt in den Ferien draußen aufhalten, Trampolin springen, Fahrrad fahren …

Die Beratung durch die Familienberater findet aus aktuellem Anlass überwiegend telefonisch statt. Das wird von den Pflegeeltern sehr gut angenommen. Viele berichten, dass sie sich durch ihre räumlichen Bedingungen sehr privilegiert fühlen. „Uns geht es doch gut“ ist ein häufiger Satz. Die Pflegefamilien wachsen in dieser Zeit noch mehr zusammen, sie nutzen die wegfallenden Außenkontakte, um sich mit Themen wie Bindung, Sicherheit und Grenzsetzung zu beschäftigen. Das fällt in „normalen Zeiten“ durch die Anforderungen des Alltags oftmals viel schwerer.

Und so unterschiedlich die Familien sind, so unterschiedlich sind die Rückmeldungen zu den Erfahrungen in dieser Zeit – während die einen die Zeit nutzen, um „fünf gerade“ sein lassen zu können, so sagen die Anderen, dass ihnen feste Strukturen helfen und Sicherheit geben. Da werden neue Rituale eingeführt – da freut man sich daran, ausschlafen zu können – oder steht besonders früh auf, um noch im Home Office arbeiten zu können.

Natürlich gibt es auch Momente, wo die Nerven etwas gereizt sind. Dann ist es eine gute Idee, den Hörer in die Hand zu nehmen und mit dem/der BeraterIn zu sprechen. Ein bisschen Dampf ablassen ist erwünscht und hilft den Alltag wieder mit mehr Gelassenheit zu meistern.

Bei Bedarf kommen die Familienberater natürlich auch weiter zu den Pflegefamilien. Außerhalb des Hauses im Zweiergespräch mit dem gebotenen Abstand ist Beratung möglich. Auch digitale Möglichkeiten wie Videotelefonate können genutzt werden.

Dazu finden die Pflegefamilien auch noch die Zeit mit den Kindern kreative Ideen zu entwickeln, die denen helfen, die es im Moment schwer haben. Eine Pflegtochter (12 Jahre) näht mit großer Begeisterung Mundschutzmasken, die an diverse Einrichtungen verteilt werden. Ein 7-jähriger Junge schreibt und bastelt mit seinen Pflegegeschwistern Kinder Oster Grußkarten, die an Pflegeheime geschickt werden. Fotos der eignen Schafe und Lämmer inklusive.

Ein 16-jähriger Pflegesohn hätte ein Praktikum in einem Pflegeheim absolvieren sollen. Damit die Bewohner des Pflegeheims nicht ganz auf ihn verzichten müssen, wird er ebenfalls Ostergrüße schicken. Da er mit großer Begeisterung Hühner züchtet, werden natürlich Fotos der Tiere seine Ostergrüße schmücken.

Dies ist keine vollständige Auflistung der tollen Ideen, die die Pflegeeltern gemeinsam mit den Kindern entwickeln und verwirklichen, sondern es sind nur einige Beispiele.

 

Wir Familienberater sagen an dieser Stelle Danke für euer großartiges Engagement!

Wir wünschen allen (nicht nur den Pflegefamilie)

Frohe Ostern, sonnige Tage und