Impuls

Orte: Hauptgelände in Handorf, Wersebeckmannweg, Münster-Zentrum, Münster-Hiltrup, eigener Wohnraum der jungen Menschen
Gebäude: vollmöblierte Appartements, Wohnungen oder WG in der Nähe von stationären Einrichtungen des Vinzenzwerks
Wohnform: (ambulant) betreutes Wohnen (Inklusivplatz möglich)
Bewohner*innen: junge Menschen ab 16 Jahren beim Übergang in die Zeit nach der Jugendhilfe
Zusammensetzung: junge Menschen, die über eine grundsätzliche Selbstständigkeit verfügen und mit betreuungsfreien Zeiten in der Nacht und an den Wochenenden umgehen können
fachlicher Schwerpunkt: Sozialarbeit/-pädagogik, Erziehungswissenschaft, Heilpädagogik, systemische Beratung, Erlebnispädagogik, Traumapädagogik
Betreuungsschlüssel: 1:2,13 / 1:1,5 / 1:3,6 / bei Bedarf individuell
Ausstattung: zeitgemäß, je nach Wohnform mit Gemeinschaftsnutzung von Küche, Wohnzimmer und Bad
Garten: abhängig von der Wohnform
Besonderheit: Mitgliedschaft und enger Kontakt zum Careleaver e.V.
 

 

Ziele der pädagogischen Arbeit

Der Übergang von der stationären Jugendhilfe in eine eigenständige Wohnform ist ein großer Schritt für die jungen Menschen. Übergänge sind sensible Momente der Veränderung, die einen stabilen Rahmen benötigen. Inhalte der Betreuung sind die Sicherung des Lebensunterhalts und der sozialen Einbindung, die Klärung von Bildungswegen, die Unterstützung beim Aufbau sozialer Netzwerke und einer Tagesstruktur, die Beratung und die emotionale Unterstützung bei Fragen der alltäglichen Lebensführung wie beispielsweise in Konfliktsituationen. Die Begleitung des Übergangs durch Impuls verfolgt folgende Ziele gemeinsam mit den jungen Menschen, dargestellt mit beispielhaften Fragen zur Orientierung:

  • Persönlichkeitsentwicklung: Kann eine eigene Selbstwirksamkeit gespürt werden? Übernimmt der junge Mensch Eigenverantwortung?
  • Lebensunterhalt: Gelingt es dem Menschen Anträge bei Ämtern zu stellen? Kann der junge Mensch mit seinen Geldern Bedarfe des täglichen Lebens abdecken?
  • Wohnen: Gelingt es dem jungen Menschen eine Tagesstruktur aufrecht zu erhalten? Welche Wohnperspektive hat der junge Mensch für sich entwickelt: Eigene Wohnung? Wohngemeinschaft? Einrichtung der Eingliederungshilfe?
  • Gesundheit: Gelingt es dem jungen Menschen bei psychischen und körperlichen Beschwerden für sich zu sorgen? Gelingt es dem jungen Menschen soziale Beziehungen herzustellen und zu halten?
  • Bildung: Hat der junge Mensch eine schulische oder berufliche Perspektive entwickelt, welche ihn fordert und den Tag strukturiert?

Um diese Ziele zu erreichen, setzen wir verschiedene pädagogische Mittel ein:

  • Bezugspädagog*innen mit Haupt- und Co-Betreuung
  • klientenzentrierte Haltung
  • sozialpädagogische Diagnostik/Anamnese
  • Einzelgespräche
  • Unterstützung in lebenspraktischen Bereichen
  • Gespräche mit Lehrer*innen, Ausbilder*innen, Therapeut*innen etc.
  • bei Bedarf Familiengespräche
  • Erlebnispädagogik im Alltag
  • pädagogische Einzelmaßnahmen (Finanzierung muss im Einzelfall verhandelt werden)
  • aufsuchende Hilfe
  • Reflecting Team auch in Anwesenheit des jungen Menschen
  • tiergestützte Pädagogik, u.a. die Arbeit mit einem Therapiehund

 

Wie geht`s weiter?

Nach Abschluss der Begleitung durch Impuls leben die jungen Menschen in einer eigenen Wohnung bzw. WG oder in einer Eingliederungshilfeeinrichtung.

 

Verselbständigung: Wie sieht mein Leben dann aus?

Endlich eine eigene Wohnung – oder WG! Ob jemand bei seinen Eltern oder Bezugspersonen auszieht oder aus einer Wohngruppe im Vinzenzwerk: Die ersten eigenen vier Wände sind ein riesiger Schritt! Vielleicht freust du dich schon lange auf diesen Schritt, vielleicht hast du aber auch ein wenig Bauchgrummeln dabei. Beides ist völlig okay.

Denn die Begleitung durch Impuls hilft dir, dich in deinem neuen Lebensabschnitt zurechtzufinden: Du bekommst regelmäßig Besuch von uns. Zeitpunkte dafür werden vorher mit dir abgesprochen. Und wenn zwischen den Besuchen etwas ist, kannst du jederzeit anrufen oder vorbeikommen. Auch ist meist eine Wohngruppe des Vinzenzwerks ganz in deiner Nähe – für Notfälle.

In deiner Wohnung oder WG organisierst du deinen Alltag selbst: wann du aufstehst, was du kochst und isst, wer wann mit dem Einkaufen dran ist, wie die WG-Regeln lauten. Du hältst deine Wohnung sauber, wäschst deine Wäsche, hast deine Termine im Blick, entscheidest über deine Freizeitaktivitäten und wann du ins Bett gehst. Du bist verantwortlich dafür, mit dem Budget auszukommen, das du zur Verfügung hast.

Bei unseren Besuchen besprechen wir gemeinsam jede deiner Fragen. Das können ganz einfache sein wie: Wie kriege ich die Tomatensoße aus dem Couchbezug raus? Wie kann unsere WG den Putzplan gerecht aufstellen? Es können aber auch Fragen sein, mit denen du gar nicht gerechnet hast – z. B. in Bezug auf deine Nachbarn, Wege zur Arbeit, den Kontakt mit deiner Ausbildungsstelle oder oder oder … Was auch immer kommt: Wir sind für dich da und versuchen, gemeinsam mit dir Antworten und Lösungen zu finden.

Denn das Vinzenzwerk ist oder kann ein Zuhause für dich sein/werden – auch wenn du ausziehst. Und im allerschlimmsten Fall kannst du dich immer an uns wenden und wir werden dich unterstützen. Aber bevor es so weit kommt, gibt es hundert Wege, dir zu helfen. Und du wirst sehen: Schnell lernst du die Freiheiten des eigenständigen Lebens zu schätzen!