Landebahn

Ort: Gelände des Vinzenzwerks in Münster-Handorf
Wohnform: Intensivwohngruppe
Bewohner*innen: sechs junge Menschen im Grundschulalter mit multiplen Störungsbildern
Zusammensetzung: junge Menschen, die eine mittel- bis langfristige Lebensperspektive außerhalb ihrer Herkunftssysteme suchen, parallel intensivpädagogische Betreuung
fachlicher Schwerpunkt: Traumapädagogik, Natur- und Erlebnispädagogik, systemisch-pädagogische Diagnostik, Deeskalation u. v. m.
Betreuungsschlüssel: 1:0,9
Ausstattung: Einzelschlafzimmer, großes Wohnzimmer, geräumige Küche mit Esszimmer, mehrere Badezimmer, Kreativ- und Spielzimmer, Mitnutzung Sporthalle, Schulraum, Snoezelraum, gruppeneigener VW-Multivan
Garten: eigener Garten, großzügiges Außengelände mit Spielplatz
Besonderheit: Zusammenarbeit mit einer ortsansässigen Kinder- und Jugendlichenpsychiaterin
 

 

Ziele der intensivpädagogischen Arbeit

Die „Landebahn“ ist ein sicherer Ort im Sinne einer traumpädagogischen Grundhaltung, um anzukommen und zu bleiben. Hier wird Kindern mit herausforderndem Verhalten und multiplem therapeutisch-pädagogischem Bedarf eine mittel- bis langfristige Perspektive geboten. Die pädagogische Arbeit der Fachkräfte verfolgt nachstehende Ziele:

  • Aufbau von Sicherheitsempfinden durch Beheimatung in der Gruppe
  • Erkennen und Ausbauen resilienter Faktoren
  • Ermöglichung von Selbstwirksamkeitserfahrungen zur Entwicklung eines positiven Selbstbildes
  • Erleben korrigierender (Beziehungs-)Erfahrungen
  • Abbau individueller belastender Gefühle
  • Entwicklung von Konfliktbewältigungsstrategien sowie eines Kriseninterventionsplans
  • Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen
  • Stärkung der Wahrnehmung, des Fühlens und Denkens
  • Kompensation und Überwindung von Entwicklungsdefiziten
  • Entwicklung eines gesunden Körperkonzepts
  • Ermöglichung einer gesunden sexuellen Entwicklung
  • Ermöglichung von Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe

Um diese Ziele zu erreichen, werden verschiedene pädagogische Konzepte eingesetzt, für die unser multiprofessionelles Team fortgebildet ist – z. B.:

  • grenzachtender Umgang
  • Traumapädagogik bis hin zur Traumafachberatung
  • Fachwissen über das Störungsbild FASD
  • Natur- und Erlebnispädagogik
  • Kinderschutz, Risikoanalysen
  • Gesprächsführung bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen
  • Deeskalation
  • Umgang mit psychisch kranken Eltern
  • „Lernen lernen“
  • systemisch-pädagogische Diagnostik
  • Elternarbeit in der Heimerziehung
  • Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen
  • konfrontative Methoden der Pädagogik
  • Ressourcenbildung bei Kindern mit psychischen Problemen/Erkrankungen
  • Encouraging an sich selbst und anderen („Mut tut gut“)
  • psychische Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen erkennen und handeln
  • frühkindliche Entwicklung bei Kindern fördern und begleiten
  • Sprachförderung von Anfang an
  • „Stärke statt Macht – Neue Autorität“ (Haim Omer, Arist von Schlippe)

 

 

Wie geht`s weiter?

Traumatisierte junge Menschen werden in der „Landebahn“ auch bei einer sich positiv abzeichnenden Entwicklung nicht in eine Regelgruppe überstellt. Dies hat zumeist eine erneute Verschlechterung der psycho-emotionalen Situation zur Folge. Von der „Landebahn“ aus können die jungen Menschen in andere intensivpädagogische Wohnformen für ältere junge Menschen wechseln. Für jeden jungen Menschen entwickeln wir eine individuelle Perspektive.

 

Wohngruppe: Wie sieht mein Leben dort aus?

Du ziehst bald in die „Landebahn“? Sicherlich hast du viele Fragen. Hier geben wir dir einige Antworten – auch mit Bildern.