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Meisenkästen gegen Eichenprozessionsspinner Befall

fertige Meisenkästen

Wenn es ein Wort des Sommers 2019 allein für Münster gäbe, dann wäre EPS oder der  „Eichenprozessionsspinner“ vermutlich ganz weit vorn dabei. Die Raupen dieses so unscheinbar wirkenden kleinen, braunen Nachtfalters, haben nicht nur den direkt betroffenen den Schlaf geraubt. Die überall umherfliegenden Brennhaare sorgten für reichlich Juckreiz selbst bei Menschen, denen der Begriff Allergie nur vom Hörensagen bekannt war.

Auch die Verantwortlichen bei Stadt und anderen öffentlichen Einrichtungen dürften angesichts der stetig steigenden Kosten, die zur Beseitigung der allgegenwärtigen Raupennester nötig waren, um Ihre Nachtruhe gebracht worden sein. Auch bei uns auf dem Gelände und in den Außenwohngruppen waren die Eichen flächendeckend befallen. Das Absaugen der Nester oder welche Methoden sonst noch so ausprobiert wurden, war nur zum Teil erfolgreich. In jedem Fall war es teuer. Und für die kommenden Jahre scheint dies eine feste Größe in der Budgetplanung zu werden.  

Daher folgt das Vinzenzwerk Handorf dem Weg, der in der holländischen Gemeinde Groesbeek gegangen wurde und versucht Meisen als natürlich Feinde der Raupen zu nutzen. Wir haben mit unseren Kindern und Jugendlichen den Plan umgesetzt, für jeden Baum ein Meisen Nistkasten zu bauen. Die Idee dahinter ist simpel. Möglichst viele Meisenpaare sollen im kommenden Jahr auf dem Gelände ein neues Zuhause finden. Und im Frühjahr finden diese dann einen reich gedeckten Tisch, indem sie die frühen Stadien der Raupen in großer Stückzahl zur Aufzucht ihrer Brut absammeln. Die Hoffnung ist, dass wir damit den Befall zumindest ein wenig in Grenzen halten werden.

Mithilfe einer großzügigen Spende der DKM konnten die Kinder unter der Anleitung eines erfahrenen Umweltpädagogen und eines versierten Tischlers professionelle Nisthöhlen für Blau- und Kohlmeisen bauen. Neben viel Spaß, den die Kinder beim Bau Nisthöhlen hatten, war es für viele auch eine schöne Erfahrung, selbst etwas herzustellen und dabei auch noch Einfluss auf die eigene Umwelt und  Zukunft zu haben.