Zugvögel

Ort: Münster-Handorf
Gebäude: Doppelhaushälfte
Wohnform: Intensivdiagnostikgruppe
Bewohner*innen: sieben junge Menschen zwischen sechs und elf Jahren
Zusammensetzung: Aufnahmealter von sechs bis elf Jahren, Grundschulalter
fachlicher Schwerpunkt: Vorübergehender Wohnort für junge Kinder auf Zeit, perspektivklärende Diagnostik, Stabilisierung der jungen Menschen nach kritischer Lebensphase
Betreuungsschlüssel: 1:1
Ausstattung: Einzelzimmer, Wohnzimmer, Wohnküche, Büro, Bereitschaftszimmer, altersentsprechende Sanitäranlagen, Funktionsräume (Vorleseraum, Entspannungsraum). Nutzung der Turnhalle und weiterer Räume im Vinzenzwerk möglich.
Garten: Garten mit kindgerechten Spielgeräten und Sitzgelegenheiten, Nutzung großzügiger Wiesen und Waldflächen und weiterer Spielgeräte auf dem Gelände des Vinzenzwerks möglich.
Besonderheit: Vorübergehende Unterbringung mit dem Zweck der Diagnostik und Entwicklung einer weiteren Lebensperspektive für das Kind. Die Rückkehr in die Herkunftsfamilie, Aufnahme in eine Pflegefamilie oder Vermittlung in eine sonstige Wohnform wird vorbereitet.
 

 

Ziele der intensiv-diagnostischen Arbeit

Die Intensivdiagnostikgruppe Zugvögel ist notwendig und geeignet für hochbelastete Kinder mit unklaren Lebensperspektiven im Aufnahmealter von sechs bis elf Jahren. Die akuten Bedarfe der Kinder sind durch ihre kritische Lebenssituation gekennzeichnet und durch die Herausnahme aus dem Herkunftssystem beeinflusst. Die Wohngruppe ist ein Zuhause auf Zeit für die Kinder, die zu uns kommen. Am Ende dieser Zeit soll eine langfristige Perspektive stehen, die in der Rückkehr in die Herkunftsfamilie bestehen kann bzw. in der Vermittlung in eine Pflegefamilie oder sonstige Wohnform. Folgende Ziele streben wir an:

  • Förderung der Teilhabe und Entwicklung des Kindes
  •  größtmögliche Stabilisierung des Kindes in der Übergangsphase
  • Perspektivenentwicklung
  • Zusammenarbeit mit den Eltern zum Wohle des Kindes
  • Entwicklung einer tragfähigen Lebensperspektive, die das Kindeswohl sicherstellt, die Bedarfe passgenau definiert und die Akzeptanz aller Beteiligten findet
  • Gestaltung der Übergänge zur Umsetzung der Perspektive
  • Rückkehr in die Herkunftsfamilie
  • Erziehung in einer Pflegefamilie vorbereiten und vermitteln
  • Erziehung in einer stationären Hilfe (z. B. Wohngruppe) vorbereiten und vermitteln

Um diese Ziele zu erreichen,

  • nutzen wir im diagnostischen Prozess verschiedenste Methoden.
  • wird jedem Kind eine Bezugsfachkraft zugeordnet, die für die Angelegenheiten des betreffenden Kindes zuständig ist
  • ist der Tagesablauf in der Zugvögel-Gruppe klar und transparent strukturiert.
  • ist das Zusammenleben in der Intensivdiagnostikgruppe durch verlässliche Regeln gekennzeichnet.
  • wird im Bereich Spiel und Freizeitgestaltung die Sozial- und Selbstkompetenz der Kinder gefördert.
  • stellt das Leben in der Gruppe ein soziales Lernfeld dar und unterstützt den diagnostischen Prozess.
  • werden die Stärken und Ressourcen der Kinder gefördert.
  • werden Umgangskontakte mit Eltern /Familienmitgliedern ermöglicht, sofern das Kindeswohl dadurch nicht gefährdet ist.

 

Wie geht`s weiter?

Die Perspektive sollte nach Möglichkeit in einem Zeitraum von sechs Monaten entwickelt werden. In der Regel erfolgt die Perspektivklärung in Kooperation mit dem Jugendamt und den Eltern/Sorgeberechtigten. Je nach Art der Perspektive orientieren wir uns in unserem Vorgehen an den jeweiligen Handlungskonzepten der Rückführung, der Vermittlung in eine Pflegefamilie oder der Vermittlung in eine bedarfsentsprechende Wohngruppe – immer unter Berücksichtigung der Bedingungen im Einzelfall.

 

Wohngruppe: Wie sieht mein Leben dort aus?

Du ziehst bald in die Wohngruppe Zugvögel? Sicherlich hast du viele Fragen. Hier geben wir dir einige Antworten – auch mit Bildern.